Die individuelle Vermögensungleichheit ist hoch. Wer nicht glaubt, dass davon am Ende alle profitieren, sei neidisch und habe kein wirtschaftliches Verständnis. Leider warten „die Neider“ bis heute auf den großen Trickle-Down.
Die individuelle Vermögensungleichheit ist hoch. Wer nicht glaubt, dass davon am Ende alle profitieren, sei neidisch und habe kein wirtschaftliches Verständnis. Leider warten „die Neider“ bis heute auf den großen Trickle-Down.
Die Kolumne „Don’t Make Economy Crazy Again” kommentiert pointiert umstrittene Beiträge aus der Welt der Wirtschaftspolitik. Dein ökonomischer Trash-TV in geschriebener Magazin-Form.
„Kaum ist Elon Musk offiziell Billionär, kommen die Neider. Haben sie Recht?“ Mit klassisch liberaler Rhetorik läutet Spieltheoretiker Christian Rieck sein aktuelles YouTube-Video (20.06.) ein. Vor einem großen digitalen Publikum spricht der marktgläubige Staatsskeptiker dann über die florierende Entwicklung des allgemeinen Wohlstands durch die Akkumulation individuellen Vermögens.
Mit dem jüngsten Börsengang von SpaceX ist das Gesamtvermögen von Elon Musk zunächst auf über eine Billion Dollar gestiegen – ein weltweiter Wohlstandsrekord für eine einzelne Person. Für Rieck ist klar: Von konzentriertem Wohlstand, wie das Phänomen Elon es symbolisiert, profitieren am Ende alle Menschen. Wer anders denkt, sei neidisch und habe kein wirtschaftliches Verständnis.
Die Logik dahinter: Die Kapitaleigentümer investieren ihr Vermögen in die Realwirtschaft, wodurch Wirtschaftswachstum entsteht, das dann mittelfristig auf die Konten aller arbeitenden Menschen „durchsickert“. Dieser implizite Mechanismus wird in der Literatur als Trickle-Down-Effekt diskutiert.
„Der Neider“ – so die Analyse des von Rieck zitierten selbsternannten Wissenschaftlers Dr. Dr. Rainer Zitelmann – verstehe diesen Effekt nicht. Anstatt dessen sehe er den einseitigen Wohlstand im Lichte seines Neids fälschlicherweise als Nullsummenspiel. Der Profit des einen werde unwissend als Verlust des anderen gesehen.
Der Trickle-Down-Effekt, den Rieck und Zitelmann als universellen Geltungsmechanismus präsentieren, stützt sich zunächst auf zwei Annahmen: Erstens, das akkumulierte Vermögen führt zu erhöhten realen Nettoinvestitionen (Instandhaltung abgezogen) und daraus resultierend Produktivitätswachstum. Zweitens, der aggregierte Wohlstandsgewinn kommt auch bei allen Beteiligten an.



