<p>Die letzte UN-Klimakonferenz 2025 in Belém endete mit Ernüchterung. Die komplexe geopolitische Situation verhinderte Entschlüsse für eine substanzielle Klimapolitik. Den Weg aus dieser Sackgasse soll die erste internationale Konferenz zum Fossilausstieg aufzeigen.</p>
Die letzte UN-Klimakonferenz 2025 in Belém endete mit Ernüchterung. Die komplexe geopolitische Situation verhinderte Entschlüsse für eine substanzielle Klimapolitik. Den Weg aus dieser Sackgasse soll die erste internationale Konferenz zum Fossilausstieg aufzeigen.
Das Schlussprotokoll der COP30 sollte eigentlich einen konkreten Plan für den weltweiten Ausstieg aus den fossilen Energien enthalten. Doch die Resultate blieben weit hinter den Zielen zurück, die der Gastgeber, Brasiliens Präsident Lula da Silva, formuliert hatte. Es war unschwer zu erkennen, dass die angespannte konjunkturelle Lage infolge globaler Energieengpässe die Bereitschaft für umfassende Zugeständnisse an den Klimaschutz einschränkte.
Als Folge dieser Enttäuschung lancierten mehrere Teilnehmer eine ergänzende Konferenz Transitioning away from Fossil Fuels (TAFF), die dieses Jahr erstmals im kolumbianischen Santa Marta stattfindet. Neben Kolumbien sind auch die Niederlande Gastgeber. Das erklärte Ziel: Fossile Energien sollen nicht weiter ausgebaut, sondern durch erneuerbare ersetzt werden.
Dieser Übergang soll sozial gerecht und als multilateraler Prozess gestaltet werden. Neben Regierungsvertretern, Wissenschaftlern und Unternehmen werden Beiträge von NGOs, Gewerkschaften oder Jugend- und indigenen Gruppen gehört. Zwar sind auch europäische und asiatische Staaten vertreten, doch insbesondere die Staaten des globalen Südens gelten als primäre Stakeholder der Konferenz. Für sie ist die Finanzierung der Energiewende deutlich teurer als für westliche Industriestaaten, die höhere Verschuldungsspielräume und große Produktionskapazitäten für benötigte Anlageinvestitionen haben.
Die durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten (weighted average cost of capital; WACC) für erneuerbare Technologie klaffen mitunter weit auseinander. Während wohlhabende Volkswirtschaften zwischen zwei und sieben Prozent für Kapitalbeschaffung zahlen, sind es in Afrika zwischen acht und 32 Prozent. Zwar sinken die durchschnittlichen Kapitalkosten für den gesamten Kontinent in der Tendenz (von 18 Prozent 2023 auf geschätzte 13 Prozent im Jahr 2070). Doch die Differenz zu den Industriestaaten bleibt beträchtlich.



