<p>Iran-Konflikt und Energiepreisschock: Trotz schwacher Konjunktur rückt eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank näher.</p>
Iran-Konflikt und Energiepreisschock: Trotz schwacher Konjunktur rückt eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank näher.
Durch die Lieferengpässe fossiler Energieträger in der Straße von Hormus sind die Energiepreise in der EU sprunghaft angestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) gibt die Teuerung mit 5,1 Prozent im März und 10,9 Prozent im April an. Damit ist Energie der bei weitem größte Preistreiber im Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), der Ende April bei drei Prozent lag.
Vor dem amerikanischen Angriff auf den Iran habe sich die Inflation im Euroraum nach Einschätzung von EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf einem stabilen Kurs in Richtung des Zwei-Prozent-Ziels befunden. Mit dem anschließenden Energiepreisschock sei die Unsicherheit jedoch deutlich gestiegen. Lagarde betonte daher, die Europäische Zentralbank verfolge keinen festen Zinspfad und werde künftige Zinsentscheidungen weiterhin von Sitzung zu Sitzung anhand der Inflationsentwicklung treffen.
Nach aktueller Stimmungslage an den Finanzmärkten gilt eine Straffung der Geldpolitik als zunehmend wahrscheinlich. Bundesbankpräsident Joachim Nagel erklärte laut Bloomberg, ein solcher Schritt könne notwendig werden, falls sich die konjunkturellen Aussichten nicht deutlich verbesserten. Auch innerhalb des EZB-Rats mehren sich inzwischen die Stimmen für eine Zinserhöhung. Wie die Börsen-Zeitung berichtet, sprechen sich mehrere Ratsmitglieder mittlerweile offen für einen Zinsschritt im Juni aus.



